Kontakt

Logo Antoniushaus

Hinterm Hagen 55
59348 Lüdinghausen
Telefon: 02591 234-0
Fax: 02591 234-189
E-Mail: mail@antoniushaus-lh.de

 
Antoniushaus Seniorenheim, Lüdinghausen  

Unsere Philosophie

Einleitung | Menschenbild | Grundbilder des Menschen | Auftrag | Einrichtung

Einleitung

  1. In unserem Denken und Tun fühlen wir uns dem jüdisch-christlichen Menschenbild verpflichtet, das allen Menschen gleichermaßen Selbstbestimmung im Sinne von gegenseitiger Achtung und wechselseitigem Verstehensinteresse zuerkennt.
  2. Wir bekennen uns zu unserer christlichen Verantwortung - die Vollendung der Schöpfung - und nehmen diese aktiv wahr.
  3. Unser Bild wahren Menschseins in Freiheit, Liebe, Gerechtigkeit, Verantwortung und Solidarität ist für alle Menschen gleichermaßen gültig und wird in unserer Arbeit lebendig gehalten.
  4. Wir verstehen uns als Kultur- und Dienstleistungsunternehmen, deren ethisch-kultureller Auftrag aus unserer Tradition erwächst und Sinn erfahrbar macht, während wir aufgeschlossen und innovantiv den sozialen Markt mitgestalten.
  5. In unserem Wirken und Schaffen, dem alten Menschen eine seiner Würde entsprechende Begleitung und Lebensqualität zu garantieren, führen wir die Caritas-Kultur fort und entwickeln sie weiter.
  6. Unter sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten entwickeln wir qualitativ hochwertige Dienstleitungen für ein breites Spektrum älterer Menschen.
  7. Wir suchen und fördern den offenen und respektvollen Dialog mit unseren Kunden, um - orientiert an ihren individuellen Bedürfnissen und Wünschen - adäquat agieren zu können.
  8. Wir verstehen unsere Mitarbeiter/innen als vitalen Erfolgsfaktor, den es durch Motivation, gemeinsame Verantwortung, Qualifikation, Wertschätzung und Anerkennung in jeglicher Form zu fördern gilt.
  9. Wir bekennen uns zu einem kooperativen Führungsstil, der sich durch Kreativität, Flexibilität, Kompetenz und Glaubwürdigkeit auszeichnet, vorbildlich Impulse setzt und Sinnzugänge eröffnet.
  10. Wir öffnen uns einer vielfältigen, kooperativen Trägerlandschaft, die leistungsfähig und zukunftsorientiert den caritativen Grundauftrag verantwortet und sozialpolitisch mitgestaltet.

Menschenbild

Ausgangspunkt und Ziel der Arbeit unseres Altenhilfeunternehmens ist das Menschenbild, das in der biblischen Rede von der "Gottebenbildlichkeit" des Menschen seinen tiefsten Ausdruck findet. Die biblischen Zeugnisse weisen im Ersten Testament auf die Aussage, dass alle Menschen als Gottes Ebenbild geschaffen sind (Gen 1,27).

Im Neuen Testament ist andererseits Jesus Christus das "wahre und einzige Ebenbild Gottes" (zum Beispiel Kol 1,15). In ihm erscheint das Urbild wahren Menschseins. In ihm wird sichtbar, was ein Leben in Freiheit und Liebe, in Gerechtigkeit, Verantwortung und Solidarität bedeutet.

Gottebenbildlichkeit meint die Beziehung, in die sich Gott zum Menschen setzt. Das gilt für alle Zustände des Menschen, ob er gesund oder krank, ob er alt oder jung, behindert oder nicht behindert ist. Daher ist auch für uns das Menschenbild unteilbar und in gleicher Weise für alte Menschen, Mitarbeiter/innen und Träger gültig. Es ist das Herzstück unseres Leitbildes, und es gilt, dieses Menschenbild in der Arbeit lebendig zu halten, es tagtäglich im Tun umzusetzen. Es soll in unseren Dienstleistungen erkennbar sein und sich in unserem Verhalten, unserer Unternehmenskultur und in unserer Struktur wiederspiegeln.

Dabei orientieren wir uns an acht Grundbildern vom Menschen, die miteinander verwoben sind und den Menschen in seiner Ganzheit prägen.

Grundbilder des Menschen

Individualität und Würde

Das Antoniushaus Altenheim erkennt die Einzigartigkeit des Menschen an, das heißt, jeder Mensch ist einmalig, unwiederholbar, unverwechselbar, unersetzbar, individuell.

Als Person (Ich-selbst-sein) hat er die volle Verfügung über sich selbst in Selbstbewusstsein, Freiheit und Verantwortung.

Jeder Mensch hat eine ihm eigene Würde. In dieser Menschenwürde sind alle Menschen gleich und unantastbar.

Wir achten den Menschen und nehmen ihn so wie er ist, mit seinen Fragen, Hoffnungen und Ängsten, seinen Zweifeln und Wünschen.

Selbstbestimmung und Mündigkeit

Die Würde eines jeden Menschen begründet ein Leben in Selbstbestimmung, Autonomie und Mündigkeit. Er ist ein freies Wesen mit Vernunft und eigenem Willen, was ihn befähigt, zu beurteilen und zu entscheiden.

Damit verbunden ist auch die Übernahme gelobter Verantwortung, wodurch der Mensch gleichzeitig eine Sonderstellung in der Schöpfung einnimmt. Diese Verantwortung beinhaltet das Recht und die Pflicht, das eigene Leben, so weit es geht, selbst zu gestalten.

Das Antoniushaus fördert diese Verantwortung, das heißt, es bietet Hilfe an, wo sie gebraucht bzw. gewünscht wird, ohne in die Selbstbestimmung des einzelnen einzugreifen.

Transzendenz und Grenzhaftigkeit

Das Alter ist - bewusst oder unbewusst ein Leben in der Nähe des Todes. Im Antoniushaus ist die Sterblichkeit des Menschen und damit seine Grenzhaftigkeit ständig präsent in den Formen menschlicher Krankheit und menschlichen Leides.

Im Blick auf Jesu Leben, Leiden, Sterben und Auferstehen kann der Mensch seine Endlichkeit annehmen lernen. Er darf darauf vertrauen, daß sein Leben aus dem Geheimnis Gottes kommt und sich in seinem Geheimnis vollendet.

Aus dieser transzendenten Glaubenswirklichkeit wächst Lebensfreude, genährt von der Hoffnung auf Auferstehung und Erlösung.

Das Antoniushaus ist sich der Grenzen bewusst, die untrennbar mit dem Menschsein zusammenhängen. Es richtet seinen Blick auf die Glaubensbotschaft als positive Botschaft, die Freude, Lust und Spaß am Leben vermittelt.

Das Antoniushaus atmet den Geist dieser Lebenslust und Freude am Arbeiten und leistet dementsprechend auch eine lebensbejahende Sterbebegleitung.

Ganzheitlichkeit und Geschichtlichkeit

Das ganzheitlich-integrative Bild vom Menschen als Leib-Seele-Geist-Einheit prägt Leben und Arbeit in unserem Hause.

Der Mensch wird in seinen körperlichen, seelischen und geistigen Gegebenheiten, in seiner sozio-kulturellen wie ökonomischen Situation, mit seinem Glauben, seinen Zweifeln und Hoffnungen wahrgenommen und begleitet. Seine körperlichen, geistigen, emotionalen, spirituellen und schöpferischen Kräfte werden ganzheitlich gefördert.

Die Einzigartigkeit des Menschen prägt insbesondere seine unverwechselbare, einmalige Lebens- und Glaubensgeschichte, durch die wir einen Menschen in seiner momentanen Lebenssituation erst verstehen. Wir achten seine Traditionen, Sitten, Gebräuche, Gewohnheiten und Einstellungen.

Sozialität und Universalität

Der Mensch ist als Person nicht nur Individuum, sondern auch Sozialwesen. Er ist einerseits auf die Gemeinschaft mit anderen angewiesen, um körperlich, geistig und seelisch zu überleben. Andererseits strebt er danach, sich selbst mitzuteilen, zu kommunizieren, sich einzubringen und in der Gemeinschaft zu entfalten.

Der Grundsatz der Sozialität besagt, dass der Mensch ein sprechendes, sehendes, hörendes, fühlendes, sinnbegabtes Wesen ist, das Gemeinschaft bildet und durch Gemeinschaft gebildet wird.

Für unsere Unternehmen ist die Gemeinschaft ebenso bindender Grundsatz wie die Solidarität mit den Schwächsten in der Gemeinschaft. Wir teilen mit den Schwächsten unser Wesen als Person und Mensch in der Gemeinschaft, ihr Wohlergehen ist unser Wohlergehen.

Unsere Verantwortung für den Mitmenschen ist Teil unserer Verantwortung für die ganze Schöpfung, denn wir leben vernetzt in vielfältigen gegenseitigen Beziehungen zu unserer (Um-) Welt. Unser Verhalten wirkt in diese (Um-) Welt ein, die wir zu bewahren helfen - und damit auch uns selbst.

Wünsche und Bedürfnisse

Alte Menschen wie auch Mitarbeiter/innen haben individuelle Wünsche und Bedürfnisse. Wir anerkennen und begrüßen im Antoniushaus diese Individualität und respektieren die authentischen Bedürfnisse der in unserer Hausgemeinschaft wohnenden und arbeitenden Menschen.

Dieses entspricht, wie beim Handeln Jesu, unserem christlich-caritativen Selbstverständnis, den Menschen mit seinen authentischen Wünschen, Bedürfnissen und Interessen zu erspüren, auf diese einzugehen und sie zu einem Maßstab unserer menschenorientierten Arbeit zu machen.

Bejahung und Wertschätzung

Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. In der Bibel wird das "Ja" Gottes zum Menschen in beidem deutlich, auch in seinem Versagen und seinen Fehlern. Das Antoniushaus verdrängen nicht den Blick für diese menschlichen Schwächen, Defizite, Behinderungen und Abhängigkeiten.

In der Erkenntnis, dass niemand perfekt ist, prägen Bejahung und Wertschätzung in unserem Hause das Verhältnis untereinander und miteinander. Allerdings richten wir unsere Wahrnehmungskraft zunächst auf die Stärken und Talente des einzelnen Menschen, des Teams, des Altenheimes, denn es hilft, die Schwächen zu ertragen, zu bewältigen, zu stützen.

Entwicklung und Veränderung

Die heutige Alternsforschung sieht im Alter und Älterwerden einen eigenen Prozess als Teil der gesamten Entwicklung eines Menschen, d. h. auch alte Menschen können sich verändern und lernen stets hinzu. Sie haben wie jeder Mensch ihr ganzes Leben Zukunft.

Unsere Einrichtung akzeptiert diese Sichtweise und löst sich von den Vorstellungen, als Erwachsener sei man fertig und habe ausgelernt. Statt dessen sehen wir den Menschen, den alten Menschen, Mitarbeiter/innen wie auch Trägervertreterinnen, in einem steten Entwicklungsprozess, den sie im Licht des Glaubens deuten.

Wachstum, Lebensbewältigungsprozesse und Umgang mit Veränderungen gehören zum Menschsein. Krisen, Krankheit und Behinderung können dabei eine Chance sein, Entwicklungen in Gang zu setzen, zu wachsen und Veränderungen herbeizuführen.

In allen Entwicklungs- und Veränderungsprozessen bleibt der Mensch als Person er selbst und dennoch niemals fertig, denn entwickeln heißt auch lernen, sich stets weiterzuentwickeln. Es ist Ausdruck erwachsenen Lebens und geht einher mit der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen. Daher gilt für alle Menschen, Bewohner/innen und Mitarbei-ter/innen in unserem Hause:

Sie dürfen lernende, noch nicht fertige Personen sein.

Auftrag

Auf der Grundlage unseres biblisch-christlichen Menschenbildes erfüllen wir unseren Auftrag vom Dienst am alten Menschen. Durch diesen Auftrag, der seinen Ursprung in der Caritas der Kirche hat, sind alle Altenhilfeunternehmen in der Diözese Münster miteinander verbunden. Die Sorge um die Witwen und Waisen, die Kranken und Zukurzgekommenen ist selbstverständliche Praxis der Caritas Jesu und der ersten christlichen Gemeinden. Das Antoniushaus führt dieses Grundanliegen fort. Es hilft alten Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen, zu helfen und zu fördern, um ihnen zum Zwecke der Selbstwerdung eine der Würde des Menschen entsprechende Lebensqualität zu garantieren.

Das Antoniushaus ist ein Ort solcher Lebenspraxis und führt die Caritas-Kultur im Sinne einer Dienstleistungskultur fort und entwickelt sie weiter. Unser Wirtschaften stellen wir in den Dienst unseres sozialen Auftrags und stimmen unsere sozialen Dienstleistungen mit unseren wirtschaftlichen Möglichkeiten ab. Wir bekennen uns zum ökonomischen Prinzip in unseren Unternehmen und meinen damit, dass wir mit wohlverstandenem, sparsamen Einsatz von Mitteln möglichst viel an Nutzen für unsere Bewohner/innen und Mitarbeiter/innen erlangen.

Unser Wirken will über unsere Einrichtung hinaus nutzbar sein und soll auch gesamtgesellschaftlichem Interessen zugute kommen. Unsere Tradition und Geschichte sind für uns Impuls, immer wieder neu, beweglich und kreativ auf Fragen der Zeit zu antworten.

Einrichtung

Unser kirchlich-caritativer Auftrag prägt unser Menschenbild, unsere Sozialethik und unsere Weltanschauung und ist das Markenzeichen unseres Hauses.

Als solches stehen wir nicht am Ende einer Versorgungskette, sondern besitzen einen eigenen Stellenwert im Altenhilfesystem, der sowohl durch ein differenziertes Marketing als auch durch die bei uns lebenden und arbeitenden Menschen bestimmt wird. In diesem Sinne verstehen wir uns einerseits als Kulturunternehmen mit einem ethisch-kulturellen Auftrag und andererseits als ein Dienstleistungsunternehmen, das den sozialen Markt aktiv mitgestaltet. Beides impliziert auch, dass wir uns gleichzeitig gesellschaftlichem Wertewandel und sich stetig verändernden Anforderungen des Marktes stellen, um uns als lebendiges, lernendes, aufgeschlossenes und innovatives Unternehmen gegenüber anderen zu behaupten.

Wir öffnen uns neuen Ideen und entwickeln - bei Bedarf auch in Zusammenarbeit und Stimmigkeit mit anderen sozialen Dienstleistungsunternehmen - bedarfsgerechte Konzepte, auch für künftige Generationen. Die Kooperation und Zusammenarbeit von Unternehmen in katholischer Trägerschaft hat für uns einen hohen Wert:

Wir gestalten den Markt im Miteinander und tragen gemeinsam Verantwortung für den Namen "Caritas". Darüber hinaus ist unser Haus ein Ort der Begegnung, der sozialen, kulturellen und religiösen Erfahrungen für die Bewohner/innen wie für Menschen im Wohnumfeld. Diesem Umfeld öffnen wir uns und prägen es mit.