
Hubert Borgert, Sprecher der Kreis AG
Antoniushaus Seniorenheim
Hinterm Hagen 55
59348 Lüdinghausen
Telefon: 02591 234-0
E-Mail: h.borgert@antoniushaus-lh.de
Diskussion über Transparenzberichte: Konzept statt reales Leben
der katholischen Altenheime diskutierten die Teilnehmer
über die Transparenzberichte.
"Wir erleben derzeit Prüfungen, die rein bürokratisch geprägt sind und sich an den geführten Dokumentationen in den Einrichtungen orientieren“, kritisierte Hubert Borgert, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Altenheime in den Kreisen Coesfeld und Unna, mit Blick auf die Transparenzberichte für Altenpflegeeinrichtung. "Seniorenheime und deren Mitarbeiter werden durch das derzeitige Überprüfungssystem kriminalisiert." Borgert nahm am Sonntag an einem politischen Frühschoppen, zu dem die Arbeitsgemeinschaft eingeladen hatte, in Dülmen teil. Thema der Diskussionsrunde, an der sich neben Borgert auch Agnes Maria Terhardt, Heimleiterin des Heilig-Geist-Stiftes, Detlef Schütt (Fachbereichsleiter für Soziales beim Kreis Coesfeld), Ulla Theil, die als Sprecherin für Heimbewohner erschienen war, und Altenpflegerin Roswitha Conrad beteiligten, war "Transparenz in der Altenpflege".
"Wir haben 200 Einladungen zu der Podiumsdiskussion verschickt," erklärte Hubert Borgert. "Sieben Zusagen haben wir bekommen, 15 Absagen, und der Rest hat nicht einmal reagiert. Das ist eine Schande," äußerte er sich. "Die Politik hat offensichtlich kein großes Interesse," so Borgert - oder saß, wie die SPD-Bundestagsabgeordnete Angelica Schwall-Düren, wegen der isländischen Aschewolke in Madrid fest. Als politischer Vertreter war der Dülmener CDU-Landtagskandidat Werner Jostmeier gekommen. "So hautnah dran wie heute ist man selten", sagte er. Vor allem ärgerte sich Borgert jedoch darüber, dass der Medizinische Dienst der Krankenversicherung und auch die angesprochenen Pflegekassen beziehungsweise die Verbände auf die Einladung nicht einmal reagiert hätten.
Einen Einblick in einen Transparenzbericht gab Sabine Neumann vom Heilig-Geist-Stift in Dülmen. Sie erläuterte die verschiedenen Bereiche, die bei den Berichten geprüft werden, und erklärte das Benotungssystem. Pflege und Medizinische Versorgung, Umgang mit den Bewohnern, Soziale Betreuung, Wohnen und Verpflegung würden für den Transparenzbericht abgefragt, berichtete Neumann. Außerdem würden den Bewohnern direkt Fragen gestellt. "Vieles wird dabei aber nicht beachtet, und so hinterlässt ein derartiger Bericht bei einem Leser ohne Hintergrundwissen meist ein schlechtes Bild," sagte Neumann, die mit ihrer Einrichtung eine Durchschnittsnote von 2,0 erlangen konnte: Das sei ein gutes Ergebnis. Trotzdem stellte sie die Objektivität und die Vergleichbarkeit in Frage. "Die Gutachter wollen nicht das reale Leben in den Einrichtungen sehen, sondern nur das geschriebene Konzept. Dabei geht es bei unserer Arbeit um die Menschen, und nicht um Bürokratie," verdeutlichte Neumann.
aus: Dülmener Zeitung, vom 19. April 2010
