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Positionspapier
der Diözesan-Arbeitsgemeinschaft Stationäre Altenhilfe Münster:

Situation der Prüfungen von stationären Pflegeeinrichtungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen im Rahmen der Pflegetransparenzvereinbarungen

 
Münster, 18. Juni 2010  

Qualität von Pflege nicht in Zahlen messbar

180 katholische Altenheime kritisieren Prüfverfahren und fordern grundlegende Überarbeitung/Nutzlos ohne Vertrauen

Münster (cpm). Ob sich der Bewohner im Altenheim wohl fühlt, lässt nach Ansicht der 180 katholischen Altenheime in der Diözese Münster nicht an Zahlen und Daten messen und schon gar nicht daran, ob jeder Handgriff aufgeschrieben ist oder nicht. In einem Positionspapier kritisiert die Diözesane Arbeitsgemeinschaft Altenhilfe (DiAG), dass ein Prüfverfahren nutzlos ist, wenn Pflegebedürftige und Angehörige den Ergebnissen nicht vertrauen könnten. Der Prüfung der Dokumentation werde mehr Aufmerksamkeit gewidmet als der Überprüfung der Lebensqualität der Bewohner. Ein "sehr gut" werde beispielsweise vergeben, wenn dort vermerkt sei, dass dem Wunsch nach "individueller Portionsgröße" gefolgt worden sei. Fehle aber das Wort "individuell", gebe es sofort ein "mangelhaft" - selbst wenn die Bedürfnisse des Bewohners in der Realität berücksichtigt werden. Die DiAG fordert eine grundsätzliche Überarbeitung des Prüfsystems. Ziel müsse dabei auch sein, die Ergebnisse zu beschreiben statt in Schulnoten eine Vergleichbarkeit vorzutäuschen.

Ausdrücklich betont die DiAG im Positionspapier, dass sie "ein transparentes und nachvollziehbares Verfahren zur Beurteilung von Altenpflegeeinrichtungen für Pflegebedürftige und Angehörige" befürwortet. Aber das sei nicht nur ein schematisches Abarbeiten der Dokumentationen zu erreichen, sondern es müssten Beobachtungen einfließen und die Befragungen der Bewohner stärker gewichtet werden. "Wie ein Mensch sich nach einer Lagerung oder der fachgerechten Anbringung eines Verbands fühlt, kann nicht mit einem quantitativen Erhebungsinstrument bemessen werden", erklärt Anne Marx, Mitarbeiterin im Referat Altenhilfe des Diözesancaritasverbandes Münster.

Wenn der Eindruck entstehe, dass die Prüfergebnisse zweifelhaft seien und nicht die tatsächliche Qualität abbilden, "schaffen sie keine Transparenz sondern Misstrauen", schreibt die DiAG Altenhilfe. Sie fordert, dass "offene Augen für die Realität der Bewohnerwirklichkeit" in den Einrichtungen "Basisvoraussetzungen für die Prüfer" sein müssen. Dabei müssten Kriterien vorgegeben werden, damit nicht subjektiv bewertet werde. Wenn in der Prüfanleitung jetzt die Frage nach dem Gesamteindruck im Hinblick auf Sauberkeit und Hygiene als selbsterklärend angesehen und deshalb auf Erläuterungen verzichtet werde, sei Objektivität nicht erreichbar.

Die DiAG erwartet, dass bei einer Überarbeitung die Experten aus Altenheimen und Sozialstationen mit ihrer Kritik gehört und beteiligt werden.