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Stand: 04.01.2019

Pressemitteilung

Öffnung mit flächendeckenden Tests verbinden

20_05_11_MuttertagsbesucheSchon wenige Tage nach der Schließung ermöglichte das Altenheim St. Lamberti der Caritas Münster Kontake durch das Fenster. Jetzt kann nach neuen Möglichkeiten gesucht werden.Caritas Münster

Diözese Münster/Telgte/Lüdinghausen (cpm). In fast allen 205 Altenheimen der Caritas in der Diözese Münster sind die Besuche der Angehörigen am Muttertag gut bewältigt worden - wenn auch mit hohem Aufwand, wie viele Altenheimleitungen rückmelden. Nach dem ersten Schreck über die Ankündigung des NRW-Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann am vergangenen Dienstag, dass die Altenheime zum Muttertag für Besuche wieder öffnen sollen, sind alle Angehörigen angerufen und über die geltenden Regelungen informiert worden. "Besuche waren und sind auch in der nächsten Zeit nur mit Anmeldungen und unter besonderen Schutzvorkehrungen möglich", erklärt Anne Eckert, Referatsleiterin Altenhilfe im Diözesancaritasverband Münster. Die meisten Angehörigen hätten Verständnis dafür gezeigt, dass nicht alle Besuche bereits am Sonntag möglich gewesen seien.

Um trotz der Öffnung den Schutz der Bewohner und Mitarbeitenden sicherzustellen, hält Eckert flächendeckende Tests auch in NRW für erforderlich. Mecklenburg-Vorpommern habe dies für 40.000 Bewohner und Pflegemitarbeitende angekündigt. Wenig Verständnis zeigt die Pflegeexpertin für die Rangelei um die Finanzierung, an der dies bislang scheitere: "Bevor wir über Kaufprämien für Autos weiter diskutieren und während wir Milliarden-Rettungsschirme für die Wirtschaft spannen, darf die Testung nicht an dem Streit scheitern, wer bezahlt". Gesundheitsminister Jens Spahn arbeite an einer gesetztlichen Regelung, aber die sei erst für Juni vorgesehen.

Weiterhin seien die Bewohner in den Altenheimen besonders schutzbedürftig angesichts ihres Alters und der Vorerkrankungen. Deswegen müssten die Besuche von Angehörigen auch in den kommenden Wochen und möglicherweise Monaten unter strengen Schutzvorkehrungen organisiert werden. In den wenigen Tagen vor dem Muttertag hätten die Heime Konzepte dafür erarbeitet, die jetzt ständig den aktuellen Entwicklungen angepasst würden. Da fast alle 205 katholischen Einrichtungen in der Diözese Münster schon vorher Wege für Besuche im Außengelände und über Fenster gefunden hatten, konnten sie auf diesen Vorerfahrungen aufbauen.

In der Regel sind die Heime bei der Information der Angehörigen vor dem Muttertag auf Verständnis gestoßen. Einige hätten zugunsten anderer auf den Besuch am Sonntag verzichtet, berichtet Monika Manthey, Leiterin des Altenheims Maria Rast in Telgte. Ihr Fazit vom Muttertag: "Es war viel Arbeit, aber machbar. Für die betreffenden Angehörigen war es heute ein schöner Tag und eine wertvolle Begegnung mit ihren Liebsten."

Vereinzelt gab es auch Unmut, wie Antje Tembaak aus dem Ludgerus-Haus in Lüdinghausen berichtet. Es habe im Vorfeld Beschimpfungen gegeben, und Mitarbeitende seien am Telefon beleidigt worden. Trotzdem freuten sie und ihr Team sich sehr, dass Besuche wieder möglich seien: "Wir wissen, wie wichtig die sozialen Kontakte gerade auch für unsere Senioren sind." Dennoch betrachte man die Situation "mit viel Respekt und Sorge gerade um die uns anvertraute Risikogruppe", sagt Tembaak.

041-2020  (hgw)              11. Mai 2020

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