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Stand: 13.07.2020

Pressemitteilung

Schwerer Start für Generalistik in der Corona-Zeit

Zwei junge Auszubildende

Diözese Münster (cpm). Dass es nicht leicht wird, die bislang unterschiedlichen Ausbildungen für Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege in der "generalistischen" Ausbildung zusammenzuführen, deutete sich schon frühzeitig an. Unter den Bedingungen der Corona-Pandemie ist der Start für die Pflegeschulen noch schwieriger geworden. Andererseits eröffnen sich auch neue Möglichkeiten, sagt Jonas Vorderwülbecke, Pflegereferent im Diözesancaritasverband Münster. Insgesamt werden derzeit rund 5.000 Menschen in unterschiedlichen pflegerischen Berufen in den Pflegeschulen in katholischer Trägerschaft in der Diözese Münster ausgebildet, NRW-weit stellen die katholischen Schulen etwa 16.000 Ausbildungsplätze.

Den Ausbildungsbeginn der generalistischen Kurse in der Corona-Zeit "haben die Pflegeschulen unterschiedlich gelöst", erklärt Vorderwülbecke. Einige Schulen hätten gleich mit dem praktischen Teil in Altenheimen, Krankenhäusern oder ambulanten Diensten begonnen, andere mit der theoretischen Ausbildung in Form von Heimarbeit und dritte hätten den Kursanfang erst einmal verschoben.

Eine Herausforderung für alle Pflegeschulen sei der Übergang von Präsenzunterricht in das Homeschooling gewesen. Die Corona-Pandemie habe deutlich aufgezeigt, wie unterschiedlich sich die Ausgangsbedingungen der Generalistik vor Ort darstellen. Benachteiligt seien hier die ehemaligen Fachseminare für Altenpflege gewesen wegen der bislang schlechteren Finanzausstattung, so Vorderwülbecke. Nicht alle Schulen hätten in den vergangenen Jahren Voraussetzungen für digitale Unterrichtsformen schaffen können, erklärt der Caritas-Referent: "Während manche Schulen zu Beginn der Pandemie Materialien per Post versenden mussten, konnten andere bereits Lernplattformen zum Austausch von Dateien und zur Kommunikation innerhalb eines Kurses nutzen."

Da habe sich im Verlauf der letzten Monate viel getan, unterstützt auch mit Mitteln aus dem Digitalpakt Schule des Landes. Bei allen Möglichkeiten, die der digitale Unterricht biete, kämen allerdings insbesondere die zwischenmenschlichen Faktoren des Schul- und Unterrichtsgeschehens deutlich zu kurz, gibt Vorderwülbecke zu bedenken.

Aufgrund der unterschiedlichen Ausgangsbedingungen und der Dynamik der Pandemie sei es nun zentral, möglichst frühzeitig und verbindlich für geeignete Übergangsregelungen zu sorgen, fordert Vorderwülbecke: "Einerseits müssen Unterricht und auch Lernerfolg für alle Auszubildenden sichergestellt und andererseits die Attraktivität der Pflegeschulen für Pädagogen gesichert werden." Denn die Qualität der schulischen Ausbildung werde sich letztlich in der pflegerischen Versorgung und Begleitung der Menschen zeigen.

075/2020  (hgw)         22. September 2020

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